Begegnungen, die verbinden und Hoffnung schenken:Vertreter der ukrainischen Caritas Zhovkva UGCC zu Besuch im Pastoralen Raum Hermeskeil

Wir tauschten uns zu caritativen und pastoralen Fragen aus und besuchten exemplarische Orte, an denen wir in Hermeskeil alleine oder mit Kooperationspartnern in der diakonischen Pastoral arbeiten. So waren wir zu Gast im GPBZ Schönfelder Hof in Hermeskeil, bei der Tafel Hermeskeil und in der Stadtbücherei Hermeskeil, sprachen mit dem Team des MGH Johanneshaus und machten eine Begehung im Klösterchen.
Mit vielen Eindrücken und Ideen im Gepäck machten sich unsere Gäste wieder auf den Weg, mit ebenso vielen Eindrücken und Ideen können wir hier weiterarbeiten. Fest vereinbarten wir eine erste Kooperation in der Arbeit für trauernde Familien. So werden wir das Konzept der „Trostkoffer“ gemeinsam überarbeiten und ins Ukrainische, ggf. ins Russische übersetzen. Mit den Übersetzungen können wir hier betroffenen Menschen helfen, vielleicht auch geeignete Literatur vorhalten. In der Ukraine werden die Koffer mit den Materialien zum Trauern, der Informationsbroschüre zur Trauer von Kindern und Kontaktdaten zu Hilfsstellen an die Situation vor Ort angepasst. Sie sollen dann auch an Familien verschenkt werden, die einen gefallenes Familienmitglied betrauern. Bisher gab es zwar ein Bewusstsein für die Not, eine kirchlich-liturgische Begleitung im Umfeld des Begräbnisses und ein Mitleiden in der Situation, aber noch keine konkrete Idee für eine Hilfe zur Selbsthilfe in der Zeit nach der Beisetzung.
Weitere Ideen und erste Absprachen für eine Umsetzung sind getroffen. Sie bedürfen aber weiterer Zeit und Energie, um angegangen und dann auch öffentlich benannt zu werden. In jedem Fall bleiben wir im Gebet verbunden, eine Brücke, die keine Waffe der Welt zerstören kann.
Informationskasten:
Zhovkva liegt im Westen der Ukraine, etwa 40 km von der polnischen Grenze entfernt. Die Caritas gibt es dort erst seit August 2017. Viele der Engagierten sind selbst Pfarrer oder in den Gemeinden engagiert, sodass die Arbeit zusätzlich geschieht. Die Caritas versorgt aktuell viele Binnenflüchtlinge aus den östlicheren Frontgebieten mit dem Nötigsten. Eine Schwierigkeit ist, dass es wegen der permanenten Fluchtbewegungen kaum mehr verlässliche Einwohnerzahlen gibt. Damit können auch staatliche Stellen nur noch schwer kalkulieren.
Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld ist die Arbeit mit Familien gefallener, vermisster oder aktiver Militärangehöriger. Hier ist die Caritas eine der wenigen, teils die einzige zivilgesellschaftliche Organisation, die überhaupt mit psychologischer Expertise helfen kann. Mit der Gründung einer eigenen Kinder- und Jugend-Fußballmannschaft und ähnlichen Aktionen versucht sie, Kindern auch im Krieg ihre Kindheit wiederzugeben und sie zu schützen.
