Kirchengemeinde will noch mehr als bisher präsent sein und sich vernetzen:Serviceknoten Thalfang der Verbandsgemeinde soll um Thalfanger Kirche entstehen

Um Pfarrhaus, Pfarrheim und Kirche in Thalfang soll der Serviceknoten Thalfang entstehen.
Die Verbandsgemeinde möchte Pfarrhaus, Pfarrheim und Kirche samt dem Bauerwartungsland in der Lückenburger Straße von der Kirchengemeinde erwerben, um dort nicht nur die bürgernahen Dienste des Rathauses anzusiedeln, sondern insgesamt Räume der Begegnung für die Menschen in und um Thalfang zu schaffen. Wir als Kirchengemeinde könnten diesen Prozess weiter begleiten und als Kooperationspartnerin und Impulsgeberin dabeibleiben.
Wie es dazu kam?
Die Kirchengemeinde St. Franziskus ist Trägerin des Mehrgenerationenhauses Hermeskeil (MGH) mit vielen guten Angeboten zu Begegnung, Austausch, Bildung, Beratung und Vernetzung. Dieses auch in den Bereich Thalfang zu erweitern, war ein Wunsch des Kirchengemeinderates. Das Ziel: Noch mehr als bisher in Thalfang als Kirche präsent und vernetzt zu sein, denn genau das bedeutet ein „Ableger“ des MGH Hermeskeil in Thalfang.
Aus diesem Anliegen heraus ist die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde entstanden, die ihrerseits auf der Suche nach Räumlichkeiten für ihre zum Teil ähnlichen Anliegen war. Daraus ist die Idee des Serviceknotens Thalfang geboren. Was alles um die Matthäuskirche angesiedelt werden und Raum haben soll, wird in einem lang angelegten Beteiligungsprozess der Bevölkerung, zu dem natürlich ganz besonders auch unsere Gemeindemitglieder eingeladen sind, entwickelt.
Warum Veräußerung? Kirchengemeinderat entscheidet am 23. Juni
Die Veräußerung des Kirchengeländes samt der Gebäude an die Verbandsgemeinde ist für die Förderung der Machbarkeitsstudie, die ausdrücklich auch die Beteiligung der Bevölkerung beinhaltet, sowie weitere Fördermittel notwendig.
Der Kirchengemeinderat hat bereits Anfang des Jahres grundsätzlich der Idee des Serviceknoten zugestimmt und Generalvikar und Diözesanverwaltungsrat angefragt, ob eine Genehmigung ihrerseits überhaupt denkbar und umsetzbar seien. Der Zeitplan der Verbandsgemeinde allein zur Beantragung der Fördermittel ist sehr sportlich.
Nach einer positiven Rückmeldung aus Trier konnte der Verbandsgemeinderat beschließen, das Grundstück samt den Gebäuden erwerben zu wollen. Am Dienstag, 23. Juni, entscheidet unser Kirchengemeinderat über das Angebot.
Das Kirchengebäude bleibt Ort für Gottesdienste. Profanierung ist im Moment kein Thema.
Mancher wird ein wenig überrascht sein, dass auch die Kirche veräußert wird. Da sie so exponiert mitten auf dem Gelände des künftigen Serviceknoten liegt und selbst Potential hat noch mehr als bisher zum Begegnungsort zu werden, wurde auch vonseiten der Bauverantwortlichen des Bistums uns nahegelegt, diesen Schritt zu gehen.
Ganz wichtig: Dies hat aber nicht zur Folge, dass wir die Kirche nicht mehr nutzen, ganz im Gegenteil: Teil des Vertrages wird sein, dass wir die Kirche als solche weiter nutzen werden. Dies ist im Übrigen kein Einzelfall in unserer Pfarrei. Nicht nur Klosterkirche und Krankenhauskapelle in Hermeskeil, sondern auch andere Kirchengebäude (wie beispielsweise in Breit, Naurath, Merschbach) oder der Grund, auf dem sie stehen (beispielsweise Bescheid) sind nicht Eigentum der Kirchengemeinde und werden trotzdem von uns ganz „normal“ genutzt.
Beteiligungsprozesse beginnen. Es geht um die Menschen.
Der Serviceknoten Thalfang wird in den kommenden Jahren entstehen, ein Beteiligungsprozess der Bevölkerung ist vorgesehen und elementarer Bestandteil. Denn es geht um die Menschen. Zunächst wird in den kommenden Jahren die Nutzung von Pfarrhaus und Pfarrheim angegangen werden. Am Ende wird auch die Frage sein, was in der Kirche Raum haben soll und was nicht. Ob dann die Profanierung der Kirche beantragt werden muss, hängt von den Ideen ab und was der Beteiligungsprozess der Bevölkerung aber auch der Gläubigen ergibt. Im Moment ist die Profanierung kein Thema.
Ich persönlich bin sehr zuversichtlich, dass in einem möglichen „Serviceknoten Thalfang“ auch Raum und Zeit für Gottesdienst, Gebet und Spiritualität sein werden. Darüber hinaus bietet er die Möglichkeit Menschen im Sinne des Evangeliums zusammenzubringen und füreinander und miteinander da zu sein.
Das Schaffen des Serviceknotens Thalfangs ist ein sehr ambitioniertes Vorhaben. Bislang sind aber die Zusagen möglicher Unterstützungen und Förderungen sehr positiv. Der Verbandsgemeinderat hat sich klar und deutlich für den Serviceknoten und den für dessen Umsetzung so wichtigen Erwerb der Liegenschaften in der Lückenburger Straße ausgesprochen.
Die ehemaligen Gremien der Pfarrei St. Matthäus sind bereits informiert über die Idee.
Am kommenden Sonntag, 21.06., stehe ich vor dem Sonntagsgottesdienst ab 9.30 Uhr in der Matthäuskirche in Thalfang gerne Rede und Antwort. Die Sonntagsmesse wird deshalb ca. 15-20 Minuten später beginnen. Alle Resonanzen werden in die Beratungen des Kirchengemeinderates einfließen.
In einer Zeit, die auch kirchlich so viele Um- und Abbrüche erlebt und in der scheinbar nichts mehr geht, ist für mich das, was in und für Thalfang und Umgebung möglich ist, ein wirkliches Hoffnungszeichen und ich hoffe, dass sich viele auch in unserer Pfarrei vom Mut, den es für die Umsetzung dieses Projektes braucht, anstecken lassen.
Dekan Christian Heinz
