Ein starkes Zeichen gelebter Solidarität:FAIR-Schenker-Kirche übertrifft Erwartungen

Auch zum Jahresende 2025 fand die FAIR-Schenker-Kirche von St. Martin bis Nikolaus in Hermeskeil statt. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre hatten wir uns bereits auf viele Menschen eingestellt, die mitmachen – beim Abgeben und beim Mitnehmen. Die „Präsentationsfläche“ im hinteren Teil der Kirche war gut vorbereitet, eine großzügige Annahmestelle eingerichtet, das Lager mit transparenten, stapelbaren Boxen für ein schnelles Nachlegen ausgestattet. Doch mit dem Andrang von mehr als 60 Personen, die in der ersten Woche regelmäßig in der ersten Stunde in die Kirche kamen, hatten wir nicht gerechnet. Überrascht waren wir auch von der großen Reichweite, die die Aktion zwischenzeitlich hat. Ein Großteil der Besucherinnen wohnt in der VG Hermeskeil. Es kamen aber auch Menschen aus Kell, aus dem Ruwertal, aus der VG Thalfang, aus Trier, aus der Gemeinde Nonnweiler und aus anderen Orten des Saarlandes. Daneben verwiesen andere Institutionen und Träger sozialer Einrichtungen auf uns oder begleiteten Klientinnen, um ihnen schnell und unkompliziert helfen zu können.
Auch dieses Jahr gab es wieder viele kleine und große Geschichten rund um die FAIR-Schenker-Kirche. So manche Erinnerung wurde bei der Übergabe von Sachspenden verstorbener Verwandter wach. Andere waren tief gerührt, dass sie ohne zu bezahlen mitnehmen konnten, was sie brauchten. Wieder andere nutzten die Gelegenheit, einiges aus dem Kleiderschrank loszuwerden und direkt neue Lieblingsstücke mitzunehmen. Und auch dieses Jahr engagierten sich Menschen wieder spontan im Team. Dank Übersetzungs-Apps war die Sprachbarriere schnell beseitigt und ein gutes Miteinander konnte wachsen. Wieder andere konnten spontan Hilfe erhalten, mit der sie gar nicht gerechnet hatten, etwa in Form von Kontaktdaten zu Hilfsorganisationen oder beim Ausfüllen von Formularen. Besonders überraschend und schön war die Entstehung einer Privatinitiative, die gezielt Gegenstände für die Obdachlosenhilfe der Caritas in Trier sammelte. Am Ende konnte eine ganze Wagenladung winterfester Schlafsäcke, Schuhe und Kleidung auf den Weg gebracht werden.
Dank dieser großen Beteiligung wurden zahlreiche Kleidungsstücke und Schuhe, Handtaschen und Haushaltstextilien und dieses Jahr besonders große Mengen an Hausrat weitergegeben. Parallel vermittelten wir Möbel, Koffer und Elektrogeräte über eine Stellwand. Auch Kinderwagen fanden neue Besitzer*innen; ebenso Artikel für die Pflege wie originalverpackte Inkontinenzprodukte aus einer Haushaltsauflösung. Angesichts der Mengen, die fair-schenkt wurden, ist der ökologische Nutzen der Aktion in diesem Jahr besonders in den Blickpunkt gekommen. Täglich wurden etwa zwei Kubikmeter Sachspenden weitergegeben.
Die übrig gebliebenen Sachspenden wurden caritativen Zwecken zugeführt oder in unser FAIR-Schenker-Lager gebracht. Sie stehen als Soforthilfen für Menschen in Not zur Verfügung. Einige Spenden wie z. B. Spiele und Bücher werden für die weitere Arbeit in Pfarrei und Pastoralem Raum genutzt. Besonders freut uns, dass die diesmal besser platzierte Spendenbox wahrgenommen wurde. So kamen 359,57 € zusammen, die nun für die Arbeit der FAIR-Schenker-Initiative genutzt werden können. Das ist besonders wichtig, da die Einrichtung unseres Lagers und der Logistik dank der großzügigen Unterstützung des Solidaritätsnetzwerks des Bistums bzw. des Fonds für soziale Teilhabe nun abgeschlossen ist. Die laufenden Kosten und die weitere Arbeit müssen wir nun durch Eigenmittel und Spenden aufbringen. Von daher vielen Dank allen, die uns mit ihren kleinen oder größeren Beträgen unterstützen!
Ein ganz herzlicher Dank geht an die mehr als 30 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Hat sich in den vergangenen Jahren vor allem die Qualität in Aufbau, Präsentation und Organisation der Verschenke-Kirche verbessert, so war es dieses Jahr vor allem die große Menge an Material, die wir gemeinsam bewältigen konnten. Vielen Dank für alles, was ihr vor und hinter den Kulissen geleistet habt, und ein herzliches Vergelt’s Gott!
(Raphael Collinet)